Die Eule

Die Eule ist ein gar lustig Tier. Zwei Beine, zwei Flügel und ein kleiner mit allerlei lauten Lauten gesegneter Schnabel. Es kann vorkommen, dass so ein Laut so laut ist, dass man kurz aus den Ohren blutet und nicht mehr weiß, wo man ist. Meist ist die Eule im Krawallmodus, wenn sie mit Wasser bespritzt wird oder ihr Gefieder gänzlich waschen muss. Kommt noch eine Ente vorbei, dann ist in der Pfütze Achterbahn.

Die Eule, wissenschaftlich Schlafus Spätus, findet man auf fast allen Kontinenten. Am ausgeprägtesten sind ihre Eigenschaften in der Zeit zwischen 70 und 100 cm. Der Schnabel ist meist offen und lautiert vor sich hin. Ein Beispiel: „Kaddaddadadddaaaattzzzzii“ Die Fachfrau/Der Fachmann hat es natürlich längst erkannt, es handelt sich um eine Katze. Die Fertigstellung des Wortes kann im eulerschen Rachen gern bis zu 60 Sekunden in Anspruch nehmen. Nichtzuhören sollte man vermeiden, sonst kommt es zu mehrfachen Wiederholungen. Theoretisch ist der Teil des Gehirns, in welchem sich das Gehörzentrum befindet, sehr gut ausgeprägt. Praktisch wurde diese Theorie jedoch von allen Nicht-Juvenilen für zu simplifiziert befunden.

Die Eule zählte einst zu den Raubvögeln und so verwundert es nicht, dass offen sichtbares Futter dem sofortigen Verzehr unterliegen kann. Davon ist auch das oben angesprochene „Kaddaddadadddaaaattzzzzii“ betroffen, dessen Trockenfüllung auf der Speisekarte der Eule auftauchen kann. Vorrangig ernährt sie sich allerdings von Obst der Gattung Banane und cremig gerührtem Joghurt aus Bioproduktion. Diese monothematische Verpflegungsart hat für die Nestbetreuer zu kosteneffizienten Versorgungsstrukturen geführt (oder auch „Dasche off und alles rein!“).

Erlangt die Eule gegen 22 Uhr ihren Ruhemodus, so schläft sie bevorzugt in vertikaler Horizontalität vulgo „irgendwie so“. Die Nestbetreuer haben gegebenenfalls in unterstützender Lage zu verharren. Es empfiehlt sich daher, auf ausreichend vorhandene Bauch- und Rückenmuskulatur zu achten. Im Interesse auch im Alter gesicherter Vollzahnigkeit sollte ein Integralhelm im Nachttisch verankert werden.

Die Eule hat einen natürlichen Feind: Die Lerche. In unserem Hause ist diese nicht anzutreffen und würde gegebenenfalls in die Obhut eines Bäckers übergeben.

Nicht mit mir

Dieser Beitrag wird hemmungslos Werbung enthalten! Mehrfach. Für nur ein Produkt. Das sei gesagt, damit hier dann keiner rumheult, ich schleiche Werbung. Diese Familienblogger sind da ja ganz gefährlich drauf.

Nun zum Thema. Vielleicht erinnern Sie sich noch an das Protokoll aus der Hölle? Ja? Prima, es ist nämlich wieder soweit. Aber, um die Pointe gleich mal vorweg zu nehmen: Ich habe gesiegt! Kein Würgen, kein Spucken und erst recht keine Porzellanveredelung. Es ist fast ganz traumhaft. Angefangen hat es vor einer Woche, just da das Minikind den zweiten Jahrestag seines Erscheinens begehen sollte. Laut Kinderaufbewahrungsanstalt hatte Magen-Darm aber etwas dagegen und so (z)erbrach die Planung. Höhö. Natürlich musste es auch dieses Mal mitten in der Nacht sein, denn sonst macht’s ja keinen Spaß.

Es ergab sich aber just in dieser Zeit, dass die Freundin ein Produkt namens Mutaflor ins Haus geschleppt hatte, um da mal etwas zu probieren. Das Zeug ist probiotisch und kann die Ansiedlung „gesundheitsfördernder Bakterien“ unterstützen. Lesen Sie einfach selbst (Werbung!). Die Freundin und ich begannen umgehend mit der Therapie, da wir ja nur ein Badezimmer haben. Das arme Minikind dagegen musste leiden und einem leidenden Kind zuzusehen ist nichts für schwache Nerven. Der Kinderarzt musste besucht und eine Betreuung für die Woche organisiert werden. Da ich von meiner Firma eine derart empathische Antwort auf die Aussage, wenigstens zwei Tage nicht auf Arbeit erscheinen zu können, erhielt, habe ich mich spontan nicht getraut, den eigentlich angedachten dritten eben jener noch fernzubleiben. Ich bin ein richtiger Mann. In der Probezeit. Yeah.

Jedenfalls nahmen wir nun jeden Tag Mutaflor (Werbung ohne Link!) und zeigten Magen-Darm den Mittelfinger. Ich aß sogar von des Kindes Löffel. Stellen Sie sich das vor, wie so ein Irrer. Es lief ganz prima, zumindest so ungefähr bis Mittwoch. Die Freundin wollte sich auf Grund meiner Feigheit um die Tochter kümmern, äußerte aber den Verdacht, dass sie den Kampf verloren haben könnte. Mutaflor (schon wieder Werbung) hilft also offenbar nicht jedem. Mir aber schon. Höhö.

Seit dem Besuch beim Kinderarzt kratzt allerdings mein Hals so eigenartig. Es könnte Männergrippe sein.

Contact

Wissen Sie, wie ich mir das Elterndasein vorgestellt habe? Ganz seicht. Also im Rahmen des Möglichen natürlich. So ein bisschen das Kind erziehen und hin und wieder Freunde treffen und gemeinsam dem Nachwuchs beim Unsinn treiben zusehen.

Stattdessen stehe ich auf dem Spielplatz rum wie der letzte Retard und schaue meiner Tochter zu, wie sie hellauf begeistert alles ausprobiert. Ich dackel hinterher, weil die Tochter lieber selbst erkundet als sich von mir animieren zu lassen. Ich bin da echt dankbar, aber im Vergleich zu all‘ den anderen Eltern komme ich mir seltsam vor. Bestimmt glotzen die alle und denken „Der da! Der Vater da spielt nicht richtig mit seinem Kind. Ergreift ihn!“ Und dann wollen sie mir mein Kind wegnehmen. Kurz darauf wache ich schweißgebadet auf und alles war nur ein grauenhafter Traum. Und wer hat ihn grauenhaft gemacht?

Andere Eltern.

Wir haben ja keine Freunde in der Stadt. Also Moment, wir haben Freunde in unserer Stadt. Nur haben die keine Kinder. Noch nicht. Freunde, die Kinder haben, haben wir auch, aber eben nicht hier. Das sagte ich ja bereits. Freunde, die Freunde haben, die dann wiederum Kinder haben, haben wir nicht. Glaube ich.

So ein Spielplatz wäre jedenfalls ein toller Ort, um andere Eltern kennenzulernen, aber ich will nicht. So. Jetzt hab‘ ich’s gesagt. Ich denke dann immer „Geh‘ weg, ich nehm‘ dein Kind. Vielleicht wird noch was draus.“ Die Denke hat doch jeder, oder? Ich meine ja nur. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen, dass andere Eltern es einfach nicht drauf haben! Habe ich schon gesagt, dass ich den Empörten Plebejern Gegen Andere InfantenDompteure angehöre?
Das Kind ist da ja nicht so wählerisch. Das stiefelt einfach los und spielt mit oder bezirzt die nächstbeste Oma auf der Bank und *schwupps* hat es die Hände voller Gummitiere. Oder bekommt eine Banane geschenkt oder soll am Flughafen in sämtlichen Shops bitte da bleiben und den Tag mit den Verkäuferinnen verbringen. Entschuldigung, Hallo? Ich bin auch süß! Ich stelle mir dann vor, wie wir Großen miteinander ins Gespräch kommen und es ganz witzig ist und wir uns mögen und uns dann mal verabreden und dann zusammen zu Abend essen und später unsere Kinder miteinander verheiraten. Ganz normales Zeug eben. Aber ich kann mir die Namen eurer Bälger ja nicht mal bis morgen merken und während meine Tochter schon mal von wildfremden Kindergarteneltern an der Haltestelle begrüßt wird, weiß ich nicht, ob ich ob dieser verrückten Stalker die Polizei rufen sollte.

Der Kindergarten. Im Allgemeinen ja sowieso ein  Hort des Grauens. Naja, so schlimm ist es nicht, vor allem, da die Tochter schon in einer Gang ist und mit ihren beiden Gefährtinnen den Laden unsicher macht. Da kann die olle Hippe von Erzieherin schon mal die Nerven verlieren. Gib’s ihr, Kind! Und zwar richtig.

Zurück zum Thema. Diese Gefährtinnen haben auch Namen und nach fast einem Jahr habe ich die auch gelernt. Ich vergess‘ zwar manchmal noch, wer wer ist, aber so Kinder sind ja meist alle gleich. Klein. Wenn sich die Kinder verstehen, könnten sich ja auch die Eltern gut verstehen. Meint man. Dieses theoretische Konstrukt scheitert aber wieder an meiner veritablen Kontaktanorexie. Worüber unterhält man sich denn plötzlich, wenn die Kinder so schön spielen? „Die spielen schön, oder?“ Toll.

Und außerdem wird eine der beiden immer in Rosa gekleidet und ich bekomme dann immer Husten und Ausschlag und Brüllkrämpfe. Zumindest innerlich.

Bald ist wieder Sommerfest und dann stehen sie alle da und unterhalten sich miteinander. Andere Eltern.

Lesestunde #13

Lesestunde

Feminismus im Kindergartenalter (Frau Mutter) – Ich hoffe doch stark, dass sich die Tochter auch so entwickelt

Kindergarten für High Need Kinder (2KindChaos) – Leicht ist nie. Dort sehr viel mehr.

Wenn Eltern sterben (Wunschkind-Blog) – Wir haben das immer noch nicht geregelt. Verdammt!

Bali / Gili Insel (sechs paar schuhe) – Ich könnte da stundenlang zusehen. Und lesen sollte man das Blog auch immer.

Berufstätigkeit: Sind mein Mann und ich noch auf Augenhöhe (Mama Mia) – Auch mein neuer Job wird Veränderungen mit sich bringen. Mal sehen, wie wir das handhaben werden.

 

 

Bild: Dennis Lucht (Flickr)

Guck! Ich.

Um festzustellen, ob das Kind auch weiß, dass es es selbst ist und nicht etwa Sie, gibt es einen Test, den Spiegeltest. Sie brauchen dazu einen Filzstift, möglichst wasserfest! Vielleicht klappt es nicht beim ersten Mal und da ist es doch schön, wenn man am nächsten Tag gleich noch mal testen kann. Oder übermorgen oder nächste Woche. So ein Kind zappelt ja auch manchmal ganz fürchterlich und das wollen Sie sich ja sicher nicht jeden Tag antun? Jedenfalls malen Sie Ihrem Kind nun einen roten Punkt mitten auf die Stirn. Jetzt nicht blöde Fragen stellen, machen Sie einfach mal.
Dann stellen Sie das Kind vor den Spiegel und warten. Ist Ihr Kind eine Leuchte, tippt es sich gleich auf die Stirn. Wenn nicht, tja, dann eben nächste Woche.

Ich? Nein, ich mach‘ das nicht. Wasserfesten Filzstift auf die Stirn? Geht’s noch? Wie sieht das denn aus?

Bei uns lief das etwas anders ab. Mein Kind stiefelte neulich zur Begrüßung an die Tür, zeigte auf mich und sagte „Papi“! Jahaaa, richtig gehört: „Papi“. Und dann, jetzt aufgepasst, hat es auf die Freundin gezeigt und „Mami“ gesagt. Nicht schlecht das alles oder? Sie könnten das jetzt langweilig finden, weil ihr Kind das vielleicht schon lange kann, aber…*Trommelwirbel*…das war noch nicht alles. Als letztes hob das kleine Ding die Hand, streckte den Zeigefinger nach vorn, tippte sich auf den Bauch und…sagte ihren Namen. Ja, ich geb’s zu, ich hab‘ anschließend ein bisschen geweint.

Und dann war das Kind plötzlich etwas selbstverliebt. Von ihrem Cousin hat sie einen Pinguin-Rucksack übernommen und wenn man einen Rucksack trägt, muss alles passen. Da stellt man sich schon mal minutenlang vor den Spiegel, schaukelt hin und her und bewundert sich selbst. Das passiert seit besagtem Fingerzeig recht oft und ich weiß gar nicht, woher sie das hat. Zwar ist hinter ihr meist ein sagenhafter Adonis zu sehen, aber sonst?

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